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Geocaching

Komm, wir finden einen Schatz

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Weltweit gehen mehr als sechs Millionen Menschen auf GPS-gestützte Schnitzeljagd. Ob allein, mit Freunden oder der Familie – auch in Deutschland verbringen Tausende ihre freie Zeit mit Geocaching.

Das Laub des Waldbodens raschelt unter den Schuhen, der Wind weht durch die Wipfel der Bäume, Vögel zwitschern. Ein Blick auf das GPS-Gerät in der Hand verrät, dass das Ziel bereits ganz nahe ist. Und tatsächlich, wenig später bergen wir nur ein paar Schritte weiter in den Wald hinein den „Schatz“ in einem hohlen Baumstumpf. Geocaching nennt sich diese moderne Art der Schnitzeljagd, von „geo“ für „Erde“ und „cache“ für „geheimes Lager“. Der Cache besteht in diesem Fall aus einem moosbestückten Röhrchen, das ein sogenanntes Logbuch beinhaltet. Hier trägt man Cacher-Spitzname sowie Datum und Zeit des Fundes ein. Dann versteckt man die kleine Box exakt an demselben Ort, an dem man sie vorgefunden hat. So will es der Cacher-Kodex. Denn auch die nachfolgenden Schatzsucher sollen ihren Spaß haben. Ob in der Natur oder im City-Dschungel – neben Spannung und Spaß gibt es beim Geocaching viel über die jeweilige Region zu erfahren. Viele Caches enthalten Zusatzinformationen, in denen die Besonderheiten des Fundorts näher beschrieben sind.

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Ob in der Stadt oder in der freien Natur – die Verstecke der Caches können überall sein. Beim Suchen kann man auch einiges über die Umgebung lernen.

Weltweit Verstecke finden

Mithilfe von GPS-Koordinaten und des Lösens kleiner Rätsel können die Caches an beinahe jedem Ort auf der Welt gesucht und gefunden werden – von Afghanistan bis Zimbabwe, in 191 Ländern. Selbst der Papst müsste seinen Vatikanstaat nicht verlassen, um auf die Suche zu gehen. Weltweit gibt es mehr als drei Millionen aktive Geocaches. Und alle sind im Web auf www.geocaching.com mit ihren Koordinaten und eventuellen Zusatzinformationen dokumentiert. Das ist die offizielle Plattform der Community. Kostenlos angemeldet, kann man hier zudem praktische Apps downloaden, Koordinaten für die nächste Tour finden oder sich mit anderen Schatzsuchern austauschen. Für die Cache-Jagd in Stadt und Land gibt es fünf Schwierigkeitsgrade. Von eins (rollstuhltauglich) bis fünf (Kletterausrüstung inklusive entsprechender Erfahrung) ist alles dabei. Für alle gehört ein GPS-Gerät oder ein GPS-fähiges Smartphone zur Grundausrüstung. Damit gelangt man bis zur korrekten Position. Vor Ort sind dann ein scharfes Auge und Ideenreichtum beim Aufspüren gefragt. Unbedingt sollte man auch einen Stift dabei haben, um den Logbucheintrag vornehmen zu können. Fortgeschrittene haben Spezialausrüstung wie Taschenlampe, Pinzette oder Teleskop-Pick-up-Stange mit Magnet im Rucksack.

Der erste Cache am Beavercreek

Alles begann im Jahr 2000, als die zivile GPS-Nutzung erlaubt wurde. Ein US-Amerikaner namens Dave Ulmer versteckte am 3. Mai in den Wäldern von Beavercreek, in Oregon, einen schwarzen Behälter und veröffentlichte die Position N 45° 17.460 W 122° 24.800 im Internet. Und bereits Ende des Monats war der Name Geocaching geboren. Seit damals wurden laut geocaching.com mehr als 642 Millionen „Found it“- und „Event attended“-Logs aufgezeichnet.
Der klassische Cache, ein wasserdichter Behälter in unterschiedlichen Größen (von Nano bis Large), liegt am Ort der angegebenen Koordinaten. Längst hat sich jedoch die Cacher-Gemeinde weitere Spielarten ausgedacht, um das gemeinsame Hobby abwechslungsreich zu gestalten. Wer mehr Spannung möchte, geht auf Multi-Cache-Jagd. Hier findet man im Internet die Koordinaten für den Startpunkt, an dem dann – wie bei einer Schnitzeljagd – ein Hinweis auf das nächste Ziel hinterlegt ist. So gelangt man von Station zu Station, bis zum sogenannten Final. Beim Mystery Geocache muss zuerst ein Rätsel gelöst werden, um die Koordinaten des Caches zu erhalten. Beim Nachtcache wird man durch Reflektoren oder UV-reflektierende Farbe, die beim Anleuchten mit der Taschenlampe sichtbar wird, zum Ziel geführt.

Lass die Muggels außen vor

Wer zum Geocaching aufbricht, sollte ein paar Dos und Donts beachten. Dass jeder Cache nach dem glücklichen Fund zurück in sein Versteck gehört, wurde bereits erwähnt. Wer dabei einen sogenannten Trackable im Cache findet, nimmt ihn mit, platziert ihn
in einem anderen Cache, vermerkt das bei www.geocaching.com und kassiert einen Statistikpunkt. Darüber hinaus gilt der Grundsatz: Nichteingeweihten – an Harry-Potter-Romane angelehnt „Muggels“ bezeichnet – soll der Fundort eines Caches verborgen bleiben. Daher stets diskret verhalten. Und zu guter Letzt: In Wäldern und Naturschutzgebieten natürlich umsichtig und rücksichtsvoll bewegen.

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Caches verstecken: Kreativität gefragt

Ein Geocache sollte nicht gleich auf den ersten Blick zu sehen sein. Ein bisschen Einfallsreichtum ist gefragt – nicht nur, was den Ort angeht, auch was die Tarnung betrifft. Einfach kreativ sein, Cache verstecken und im Internet die Koordinaten verzeichnen. Apropos: Der tiefste Geocache befindet sich 2.300 Meter unter dem Meeresspiegel. Der höchste ist 370 Kilometer über der Erde in der Internationalen Raumstation platziert. Dazwischen ist noch viel Platz. Also: Wann verstecken Sie Ihren ersten Cache?