Focus

Begleiten und entwickeln

„Partner sind Trans­formations-Leader“

Bild: Microsoft

Wie die Microsoft-Partner ihre Unternehmenskunden erfolgreich digital transformieren können, erläutert Gernot Kühn, Microsoft-Technologie-Berater im Partnerbereich.

Welche Bedeutung hat das Change Management bei der Digitalen Transformation?
Die Digitale Transformation umfasst die Bereiche Technik mit Hard- und Software, die Projektabwicklung und die Begleitung durch die Veränderungen mittels des Change Managements. Diese Begleitung ist besonders wichtig, da die Veränderungen ja stark in die bestehenden Unternehmensabläufe und Verhaltensweisen der Mitarbeiter eingreifen. Der Change-Prozess selbst umfasst dabei drei Fokusthemen, und zwar Projektmanagement, Sponsorship und Leadership und die Umsetzung des Change Managements. All diese Bereiche können Microsoft-Partner etwa mit der Prosci-Zertifizierung, nach der auch Microsoft arbeitet, professionell mit entsprechenden Tools beim Kunden umsetzen. Ein Vorteil dieser Methodik liegt darin, dass die Kunden 1:1 an diese Vorgehensweise andocken können.

 

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Gernot Kühn, Microsoft-Technologie-Berater im Partnerbereich


Was ist entscheidend für einen gelungenen Change-Management-Prozess?
Ein wesentliches Erfolgskriterium ist, dass die Partner auf Kundenseite einen Ansprechpartner etwa auf Fachbereichsleiter- oder Geschäftsführerebene einbinden können, der diese Veränderungen auf Managementebene aktiv angeht und durchgängig vorantreibt. In der Praxis scheitern entsprechende Projekte oft, weil diese Personen im Sinne des Sponsor- und Leaderships fehlen. Wichtig ist auch, nach der Transformation beispielsweise Reinforce­ment-Prozesse weiter zu entwickeln und sich als dauerhafter Veränderungsbegleiter zu etablieren – für eine langfristige und lukrative Kundenbindung.

Welche Rolle spielt der Partner bei der Digitalen Transformation seiner Kunden?
Der Microsoft-Partner ist für den Kunden der Projekt-Lead in der Digitalen Transformation. Er verfügt über die richtige Technik, hat die passenden Szenarien etabliert und leitet auch den Veränderungsprozess beim Kunden. Unterstützung bietet dabei beispielsweise die ADKAR-Methode mit den fünf Schritten Awareness, Desire, Knowledge, Action und Reinforcement. Wichtig ist dabei, tatsächlich bei den Punkten Awareness und Desire einzusteigen: Der Kunde muss die Rahmenbedingungen erkennen und auch den ausgeprägten Wunsch zur Veränderung haben. Nur dann lassen sich die restlichen Schritte wie IT-Wissen, Anwendung und Training auch erfolgreich ausführen.

Wie können Partner beim Kunden speziell die Bereiche Awareness und Desire fördern?
Bewährt haben sich beispielsweise Inspirations-Workshops, die den Kunden gedanklich auf die Reise mitnehmen und ihm konkret in einer gemeinsamen Vision die Möglichkeiten und Vorteile der Digitalen Transformation aufzeigen. Best-Practice-Beispiele und Praxisreferenzen insbesondere mit kundenspezifischen Szenarien haben erfahrungsgemäß ebenfalls hohe Überzeugungskraft. Hilfreich ist auch, dem Kunden die Konsequenzen aufzuzeigen, wenn er sich eben nicht für die Transformation entscheidet.