Best Practice

Daimler AG mit SAP auf Azure

Schneller ans Ziel

Bild: Daimler AG

Die Daimler AG transformiert ihr Geschäft und setzt dabei auch auf die Microsoft Cloud. So wurde das bestehende Beschaffungssystem, mit dem weltweit 400.000 Lieferanten verwaltet werden, durch eine Software-as-a-Service-Lösung auf Basis von Microsoft Azure ersetzt.

Das neue System, das SAP und die ICM-Plattform von Icertis umfasst, kann täglich aktualisiert werden und reduziert die Kosten im Vergleich zum bisherigen System um 50 Prozent – und war dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen ISV Icertis, GSI Infosys und dem Microsoft-Account-Team in nur drei Monaten betriebsbereit. Geschwindigkeit ist bei der Stuttgarter Daimler AG ein zentrales Thema. Dabei geht es nicht so sehr um die Schnelligkeit der Pkw, Lkw und Transporter, sondern um die Zunahme der Innovationsgeschwindigkeit des Unternehmens, um in der heutigen Wettbewerbslandschaft bestehen zu können. Eine wesentliche Maßnahme dafür sind die digitale Transformation der Geschäftsprozesse und die Verlagerung von zentralen Unternehmenssystemen in die Azure Cloud, um Skalierbarkeit, Agilität und Kostensenkungen zu realisieren. Als erster Schritt sollte das bestehende Beschaffungssystem in die Cloud migriert werden. Das in den 1990er-Jahren entwickelte System verwaltet und interagiert mit mehr als 400.000 Lieferanten weltweit. Es war jedoch ein schwerfälliger Komplex, der Updates und Upgrades schwierig gestaltete und auch viele manuelle, papiergestützte Schritte beinhaltete. 

Transparentes, einheitliches Vertragsmanagement

Zunächst musste ein neues Standardeinkaufssystem aufgebaut werden, um alle Beschaffungsprozesse transparenter und einheitlicher gestalten zu können. Da das Vertragsmanagement dabei an erster Stelle steht, hat Dr. Stephan Stathel, Betriebsleiter für das neue Beschaffungssystem und Leiter des Build2Run-Teams bei der Daimler AG, diesen Teil der Lösung priorisiert und zum Eckpfeiler des neuen, übergeordneten Beschaffungssystems NPS (New Procurement System) gemacht. Die Wahl fiel dabei auf die Plattform Icertis Contract Management (ICM) von Icertis. Der Independent Software Vendor (ISV) mit Sitz in Seattle ist der führende Anbieter von cloudbasiertem Vertragsmanagement für Großunternehmen. Icertis hostet die ICM-Lösung auf Azure-Basis mittels eines SaaS-Modells und mehrerer Azure-Dienste, darunter Azure Virtual Machines, Azure SQL-Datenbank, Azure Active Directory und Azure-Machine-Lear-ning-Dienste. „Azure bietet eine Fülle sich schnell entwickelnder Dienste, einschließlich leistungsstarker Sicherheitsdienste, die zum Schutz der in Verträgen gespeicherten vertraulichen Daten beitragen“, meint Samir Bodas, Mitbegründer und CEO von Icertis. Auf Daimler-Seite entschied man sich zudem für die Icertis-Lösung, weil sie einfach zu bedienen ist, alle Phasen des Auftragsvergabe- und Beschaffungsprozesses abdeckt und sich nahtlos in Drittsysteme integrieren lässt.

Azure als Systembasis

Um das neue Beschaffungssystem NPS mit weiteren Funktionalitäten auszustatten,entschied man sich bei Daimler für verschiedene SAP-Produkte wie SAP Supplier Relationship Management (SRM), SAP HANA-Datenbanksoftware mit späterem Upgrade auf S/4HANA und SAP Fiori. All diese SAP-Einheiten werden eigentlich unter dem Linux-Betriebssystem ausgeführt und werden jetzt bei Daimler jedoch wie die ICM-Lösung von Icertis auf Azure betrieben. Verantwortlich dafür war die Infosys Technologies LTD. Der Global System Integrator (GSI) und Microsoft-Partner richtete die gesamte Azure-Umgebung ein, installierte die SAP-Anwendungen und verband die SAP-Umgebung sowohl mit Icertis als auch dem alten Beschaffungssystem bis zu dessen Abschaltung sowie der weiteren SAP-Systemlandschaft bei Daimler. Komplettiert wird die Lösung durch Azure Virtual Machines, Azure-Monitoring-Dienste, Azure VPN Gateway, Azure Service Bus und Azure Site Recovery.

Bild: Daimler AG (1)
Implementierung auf Azure: Architektur im Überblick.

Schnell, einfach und wirtschaftlich

Mit dem neuen Beschaffungssystem auf Azure konnte Daimler ein wichtiges operatives System nicht nur technisch perfekt, sondern auch besonders schnell migrieren. „Um ein Projekt dieser Größenordnung in Angriff zu nehmen, hätte allein die Anschaffung der notwendigen Hardware bis zu zwölf Monate gedauert“, erklärt Dr. Stathel. „Mit Azure dauerte die Einrichtung der kompletten Hardware zwölf Wochen, wodurch die Entwicklung viel früher beginnen konnte. Wir gingen mit NPS in nur drei Monaten live, was für Daimler-Standards bis dato beispiellos ist.“ Genauso wichtig ist die Fähigkeit, NPS durch das Hosten auf Azure stets aktuell und auf dem neuesten Stand zu halten. Und dank Azure verfügt Daimler jetzt auch über die nötige Skalierbarkeit, um NPS-Spitzennutzungszeiten und organisches Geschäftswachstum abzudecken. „Wenn wir mehr Leistung, Speicherplatz oder andere Ressourcen benötigen, können wir sie binnen 30 Minuten bereitstellen“, gibt Dr. Stathel an. „Dank Azure ist Cloud-Agilität Realität und ein großer Pluspunkt bei unserem Streben nach mehr Tempo.“ Daneben spart Daimler durch Azure auch bares Geld. So sind schätzungsweise die Hardwarekosten des Unternehmens um etwa 40 Prozent gesunken und die NPS-Verwaltungskosten betragen nur noch die Hälfte. „Das NPS-Projekt war für Daimler die erste Anwendung seiner Größe und Komplexität in der Cloud und hat andere Teams dazu inspiriert, für ihre Projekte ebenfalls Azure in Betracht zu ziehen“, schließt Dr. Stathel. „Wir haben gezeigt, dass man auch große, komplexe Unternehmenssysteme auf Azure hosten kann – es ist alles vorhanden, was man braucht.“ Wesentlich zum Erfolg des Projekts hat die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Icertis, Infosys und dem Microsoft-Account-Team beigetragen. Das wegweisende Projekt stand deswegen auch im Mittelpunkt einer nachgeschalteten GTM-Veranstaltung in Frankfurt, wo weitere SAP on Azure Leads generiert werden konnten.