Cloud

Windows 10 & Datenschutz

Kontrolle über die Daten

Bild: Microsoft (10)

Jeder soll in einer „Mobile first, Cloud first“-Welt mehr erreichen können – unab­hängig von Plattform und verwendeten Geräten. Diese Vision eines „More Personal Computing“ setzt individuell zugeschnittene Lösungen auf Basis sicherer Cloud-Technologien voraus. Umsetzen lässt sich das nur mit dem Ver­trauen der Nutzer. Oliver Gürtler, Leiter Geschäfts­bereich Windows bei Microsoft Deutschland, wirbt um dieses Vertrauen.

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Oliver Gürtler, Leiter Geschäfts­bereich Windows bei Microsoft Deutschland

Bei der Express-Installation von Windows 10 sind die Voreinstellungen so gesetzt, dass Microsoft ausgewählte Informationen von Nutzern erhält. Warum ist das so?
Oliver Gürtler:
Windows 10 ist unser bisher persönlichstes Betriebssystem. Dafür sorgen Innovationen wie Cortana oder der neue Browser Microsoft Edge. Aber ihren ganzen Mehrwert entfalten die Funktionen erst, wenn sie vom Nutzer lernen. Für eine bestmögliche Nutzererfahrung werden bei der Installation von Windows 10 Einstellungen vorgeschlagen, die einen optimalen Service ermöglichen. Kunden, die das nicht möchten, können die Konfiguration anpassen oder die Services deaktivieren – auch nachträglich oder während der Anwendung. Kurzum: Der Anwender kann jederzeit entscheiden, wie seine Privatsphäreneinstellungen konfiguriert werden. 

Welche Daten werden an Microsoft weitergeleitet? Was passiert genau damit?
Oliver Gürtler: Um die Funktionsweisen von Windows 10 zu verbessern, können telemetrische Daten und Daten zur persönlichen Nutzererfahrung gesammelt werden. Was heißt das? Telemetrische Daten enthalten eine begrenzte Anzahl an Informationen, die eine sichere und verlässliche Funktionsweise von Windows 10 gewährleisten – etwa anonyme Device-IDs, Device-Typen oder Crash-Daten zu Programmabstürzen. Sie enthalten jedoch keine persönlichen Daten oder gar Dateiinhalte! Zudem unternehmen wir mehrere Schritte, um die Sammlung von Daten auszuschließen, die Nutzer direkt identifizieren könnten – also Name, E-Mail-Adresse oder Account-ID. Sollte möglicherweise ein Fehlerbericht unbeabsichtigt Teile von Dokumenten enthalten, werden diese nicht verwendet, um Nutzer zu identifizieren, zu kontaktieren oder gezielt Werbung zu schalten. Damit persönliche Services wie Cortana den Anwender optimal unterstützen können, benötigen sie Informationen zur Verwendung von Windows 10, beispielsweise für individuelle Empfehlungen oder Erinnerungen. Welche Informationen der Nutzer für eine personalisierte Anwendung weitergeben möchte, reguliert er in der Anwendung aber jederzeit selbst. Und natürlich kann er den Service immer deaktivieren.

Teilt Microsoft die gesammelten Daten mit Dritten, zum Beispiel für Werbezwecke? 
Oliver Gürtler: Lassen Sie mich zuerst klarstellen: Egal, welche Datenschutzoption man auswählt, weder Windows 10 noch eine andere Microsoft-Software scannt die Inhalte von Nutzer-Mails, Kommunikationen oder Dateien für zielgerichtete Werbung. Die telemetrischen Daten dienen ausschließlich der Produktentwicklung, um Probleme zu identifizieren und Fehler zu beheben, damit Windows und Apps auch weiterhin korrekt ausgeführt werden. Das ist die empfohlene Option für die beste Windows-Benutzeroberfläche und die effektivste Problembehebung. Nur diese Diagnose- und Nutzungsdaten teilt Microsoft mit Dritten, wie beispielsweise Hardware-Partnern, im Rahmen von Geschäftsberichten. Sie helfen unseren Partnern, Fehler zu beheben und ihre Produkte zu optimieren.

Wie können Nutzer die Übertragung von Daten an Microsoft deaktivieren?
Oliver Gürtler: Microsoft empfiehlt allen Nutzern von Windows 10, bereits während der Installation des Upgrades die Datenschutzeinstellungen genau zu prüfen und wie gewünscht zu konfigurieren. Nach der Installation justieren Anwender ihre Datenschutzeinstellungen jederzeit im Bereich „Einstellungen“. 

Windows 10 und Datenschutz: Wo können sich die Nutzer informieren? 
Oliver Gürtler: Umfassende Informationen zu den Datenschutzeinstellungen in Windows 10 stehen auf Windows.com in einem speziellen FAQ-Bereich bereit. Unternehmenskunden finden zudem auf der TechNet-Website ausführliche Inhalte zum Thema.