Best Practice

UFA-Archiv on Demand mit Microsoft Azure

Ganz großes Kino

Bild: shutterstock.com/Liu zishan

Vor Kurzem migrierte die UFA ihr gesamtes Archiv in die Cloud-Plattform Microsoft Azure. Gleichzeitig wurden eigene, Azure-basierte Video-on-Demand-(VoD)-Portale entwickelt, mit denen sich sämtliche UFA-Inhalte zeitgemäß bereitstellen und vermarkten lassen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1917 entwickelte und realisierte die UFA sowohl für private als auch öffentlich-rechtliche Sender unzählige Filme, TV-Events und Serien, darunter aktuelle Erfolge wie Rosamunde Pilcher, Die Päpstin oder SOKO Leipzig. Das Archiv des deutschen Marktführers im Bereich Film- und TV-Produktion ist mit 260 Terabyte (TB) und einem jährlichen Zuwachs von 10 TB entsprechend groß – und wurde jetzt vom eigenen Rechenzentrum komplett auf die Cloud-Plattform Microsoft Azure verlagert. Umgesetzt wurde das Projekt zusammen mit dem Microsoft-Gold-Partner Interlake. „Initialer Treiber für den Schritt in die Cloud waren die hohen Betriebskosten des Archivs“, erklärt Ernst Feiler, Director Technology bei der UFA GmbH. Neben den geringen Betriebskosten und der hohen Verfügbarkeit des gesamten Archivs ist die Anwendung von Microsoft Cognitive Services – Microsofts Angebot, das 25 Dienste etwa zur Bild-, Audio-, Text-, Sprach- und Emotionserkennung umfasst – ein entscheidender Vorteil.

Archiv und Distribution vereint

Gleichzeitig erschließt sich die UFA in Form von Video-on-Demand-(VoD)-Angeboten auch neue Geschäftsfelder, indem sie ihre archivierten Inhalte über Einzelvertrieb, Abos und auch Online-Advertisement anbietet. Die Herausforderung bei der Archiverschließung für VoD-Dienste lag in der Aufbereitung der Inhalte für verschiedene Plattformen und sämtliche Endgeräte.

UFA Feiler
Ernst Feiler, Director Technology, UFA GmbH


Die Lösung bot eine auf Microsoft Azure basierende Online-Videolösung in Form einer eigenen VoD-Plattform, die vom Online-Videoexperten nexx.tv entwickelt wurde. Sie besteht aus den nexx.tv-Lösungen nexx­OMNIA als Video-CMS, dem Videoplayer nexxPLAY und nexxCANVAS als Frontend für sämtliche Endgeräte wie Web, Mobile und Smart-TV. Zudem integriert die Plattform innovative Microsoft-Cloud-Dienste wie Azure Media Services und Cognitive Services – und bildet in ihrer Gesamtheit einen ganz zentralen Baustein für die Vermarktung des UFA-Archivs.

Langfristige Cloud-Strategie

„Mit dem Archiv und der Distribution sind bei der UFA nun zwei wesentliche Produktionsschritte in der Cloud konsolidiert“, so das Fazit von Ernst Feiler. „Aus Archiv und Video on Demand wird ‚Archive on Demand‘ - ein in der Branche einzigartiges Vorgehen. Die gemeinsame Cloud-Basis beider Schritte bringt uns ungeheure Vorteile in der Wertschöpfungskette.“ Doch die Verlagerung in die Cloud ist nur der Anfang einer langfristigen Zukunftsstrategie, mit der sich die UFA vom reinen Film- und TV-Produzenten zum Contentspezialisten mit multimedialen Lösungen für die digitale Inhalte-Verwertung wandelt. „Ziel ist es, den gesamten Produktionsprozess von der Aufnahme bis zum Playout komplett in die Cloud zu verlagern“, so Ernst Feiler. Damit wird erstmals die klassische Dreiteilung von Produktion, Archivierung und Distribution in der Geschichte der Medienproduktion aufgehoben.